Leah Thompson wächst in einem kleinen Dorf im ländlichen Yorkshire heran. Noch kann niemand ahnen, dass das Mädchen aus einfachen Verhältnissen eines Tages die Laufstege dieser Welt im Sturm erobern wird: Mailand, London, New York sind die Stationen ihrer fulminanten Karriere als Model, die ihr ein Leben in Luxus und Glamour beschert. Aber die schicksalshafte Verbindung mit der Familie Delancey, die weit in ihre Vergangenheit reicht, verfolgt sie wie ein dunkler Schatten und zieht sie in einen Strudel von tragischen Ereignissen, der im zweiten Weltkrieg in Polen seinen Ausgang nahm. Als tief verborgene Geheimnisse drohen ans Licht zu kommen, muss Leah sich einer längst vergessenen Prophezeiung stellen – und einem Schicksal, dem sie scheinbar nicht entkommen kann …
Ein früher Roman der gefeierten Bestsellerautorin, jetzt endlich auch auf Deutsch erhältlich.
Rezensionen
Wunderschöne Familientragödie
„Das Mädchen aus Yorkshire“ hat Lucinda Riley bereits mit 26 Jahren geschrieben und nun erscheint es nach ihrem Tod im Jahr 2021 endlich auf deutsch, überarbeitet von ihrem Sohn.
Lucinda Riley hat mit diesem Roman ein wahrhaftes Meisterwerk geschaffen. Das Buch ist in 3 Teile bzw. Zeitabschnitte unterteilt und so verfolgen wir die junge Leah Thompson vom Beginn ihrer Entdeckung an bis zum Hoch ihrer Modelkarriere.
Daneben springt die Geschichte zurück in das Jahr 1942, in dem David und Rose, zwei jüdische Kinder versuchen ihrer Verfolgung zu entfliehen.
Beide Handlungsstränge sind so unglaublich einnehmend, wunderbar intensiv gezeichnete Charaktere begleiten die gesamte Geschichte. Ich habe alle sehr gerne begleitet und vor allem die Modellkarriere von Leah mit den bekannten Höhen und vor allem Tiefen greift die Autorin gekonnt auf. Sie zeigt welche Opfer die jungen Modells erbringen müssen um Erfolg zu haben und welche Konsequenzen der Lebenswandel haben kann. Daher legt Riley den Fokus auf die Freundschaft zwischen Leah und Jenny, Leahs gebrochene Liebe und Schicksal von Miranda.
Nach und nach kommt auch die Vergangenheit ans Licht und verwebt die schreckliche Zeit des Holocaust mit den jetzigen familiären Gegebenheiten und zum Schluss trumpft die Geschichte nochmal mit richtig Spannung auf!
Der Roman hat mich trotz der 624 Seiten zu keinem Zeitpunkt gelangweilt, ganz im Gegenteil, ich war von dem Familiendrama sehr fasziniert. Wer die Werke von Lucinda Riley bereits kennt, wird auch von diesem begeistert sein.
Fesselnder Roman
Draußen atmete sie die frische Herbstluft ein. Sie liebte die Zeit Anfang September, wenn das Heidemoor sich golden zu färben begann und morgens beim Aufwachen Nebel über den Hügeln hingen.“ (S. 121)
Dieses Buch ist schon 1993 erstmals und nur in England erschienen. Lucinda Rileys Sohn hat es nun überarbeitet. Im Vorwort gibt es einige Anmerkungen dazu von ihm persönlich, mit denen ich schon berührt in die Geschichte eingetaucht bin. Und was soll ich sagen ... schon vor über 30 Jahren hat Lucinda Riley eine mitreißende Geschichte erzählt, die mich von Anfang an in ihren Bann gezogen hat. Ich bin begeistert, wie sie es schon damals geschafft hat, Gegenwart und Vergangenheit kunstvoll zu verbinden und dabei große Themen wie Liebe, Verlust, Familie und Selbstfindung behandelt hat. Aber nun zum Inhalt:
Leah Thompson wächst in einem kleinen Dorf im ländlichen Yorkshire in einfachen Verhältnissen heran. Der Vater sitzt im Rollstuhl, die Mutter verdient ein bisschen Geld als Haushälterin bei Mrs Delancey. Dann lernt sie Brett kennen, und zwischen beiden entspinnt sich eine sanfte Liebe. Doch durch ein verhängnisvolles Ereignis verlieren sie sich wieder ... Leah ist todunglücklich und weiß nicht, ob sie sich jemals wieder von diesem Schmerz erholen würde. Dann bekommt Leah die Chance, als Model die Laufstege dieser Welt zu erobern, was ihr von nun ein Leben in Glamour und Luxus beschert. Aber die schicksalhafte Verbindung zu den Delanceys, die weit in ihre Vergangenheit reicht und ihren Ausgang bereits im zweiten Weltkrieg nahm, verfolgt sie immer wieder.
Und im Laufe der Zeit begegnet sie auch immer wieder Brett, ihrer großen Liebe, die sie niemals vergessen konnte, egal, was auch in der Zwischenzeit passiert ist ... „Leah wusste, dass sie heute Nacht den Schlüssel zu ihrer Zukunft entdeckt hatte. Brett war ihre andere Hälfte. Er war das fehlende Verbindungsglied zu ihrer Seele. Brett spürte es auch. Sosehr er sich auch dagegen gewehrt hatte, wusste er, als er sie nun betrachtete, dass es sein Schicksal war, sie zu lieben. Von nun an würde es sein Leben bestimmen.“ (S. 274)
Und auch die Erzählstränge rund um die Geschwister David und Rose, Davids Sohn Brett und Roses Kinder Miles und Miranda sind unglaublich bewegend, dramatisch und auch sehr spannend.
Lucinda Riley hat in meinen Augen hier ein literarisches Juwel geschrieben. Ihr Schreibstil ist wie gewohnt wundervoll bildhaft, voller Tiefe und Gefühl und verliert trotzdem nicht die Leichtigkeit. Die beiden Zeitebenen hat sie wieder zu einem großen Ganzen verwoben, und nach und nach kamen schockierende Enthüllungen ans Tageslicht.
Ich fand die Geschichte ebenso fesselnd wie bewegend. Die vielschichtigen Charaktere und die emotional dichte Atmosphäre sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Von mir gibt es natürlich absolut verdiente 5 Sterne und eine große Leseempfehlung für alle, die sich nach einer mitreißenden und gefühlvollen Geschichte sehnen.
Tolle Geschichte
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Leah, ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen, das als Model die internationalen Laufstege stürmt. In ihrer Vergangenheit liegen allerdings Geheimnisse begraben und die werden nach und nach aufgedeckt. Wie gewohnt gibt es auch hier wieder mehrere Erzählstränge und Zeitebenen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Am Ende fließt Alles zu einem großen Ganzen zusammen und das ist etwas, auf das man sich bei Lucinda Rileys Büchern immer verlassen kann. Die Auflösung konnte mich richtig mitreißen und die Wendungen am Ende habe ich so nicht kommen sehen. Zwischendrin war die Geschichte an manchen Stellen etwas zäh und ein paar Seiten weniger wären auch völlig in Ordnung gewesen. 😅 Trotzdem geht die Spannung nie komplett verloren und der tolle Schreibstil trägt dazu bei, dass ich bis zum Schluss immer weiterlesen wollte.
Die Charaktere waren alle irgendwie auf eine Art und Weise interessant, auch wenn man sich zwischendrin schon mal gefragt hat, wieso wir jetzt so viel Einblick in eine bestimmte Person bekommen. Am Ende ergibt dann aber doch alles Sinn. Die Geschichte an sich ist insgesamt auch wirklich nicht ohne und bringt schwere Themen mit, allem voran der zweite Weltkrieg. Das düstere Cover hat eine genauso düstere Geschichte vermuten lassen, auch wenn der Klappentext das erst mal nicht vermuten lässt. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung. 4⭐️
Sie bleibt unsterblich
Das Mädchen aus Yorkshire von Lucinda Riley
erschienen bei Goldmann
Zum Inhalt
Leah Thompson wächst in einem kleinen Dorf im ländlichen Yorkshire heran. Noch kann niemand ahnen, dass das Mädchen aus einfachen Verhältnissen eines Tages die Laufstege dieser Welt im Sturm erobern wird: Mailand, London, New York sind die Stationen ihrer fulminanten Karriere als Model, die ihr ein Leben in Luxus und Glamour beschert. Aber die schicksalshafte Verbindung mit der Familie Delancey, die weit in ihre Vergangenheit reicht, verfolgt sie wie ein dunkler Schatten und zieht sie in einen Strudel von tragischen Ereignissen, der im zweiten Weltkrieg in Polen seinen Ausgang nahm. Als tief verborgene Geheimnisse drohen ans Licht zu kommen, muss Leah sich einer längst vergessenen Prophezeiung stellen – und einem Schicksal, dem sie scheinbar nicht entkommen kann …
(Quelle: Verlag)
Zum Buch
Das Cover dieses Buches gefällt mir sehr gut. Ich mag vor allem die etwas verträumte Landschaft und die goldenen Applikationen und Schrift. Die Geschichte wird in der dritten Person geschildert und spielt sich in verschiedenen Zeitabschnitten ab.
Dieses Buch ist bereits 1998 im Original erschienen, aber bislang niemals auf Deutsch. Lucinda Riley schrieb eine gewisse Zeit unter einem Pseudonym, worunter auch dieser Roman fällt. Ihr Sohn erklärt dies und andere Fakten dazu in dem Vorwort des Buches.
Leah hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie ist sympathisch, authentisch und macht ihren Weg. Ihre Reise steckt voller Überraschungen und Geheimnisse.
Rose ist wieder ein ganz anderer Charakter, aber nicht unsympathisch. Ich mochte vor allem das Zusammenspiel der Figuren, die in verschiedenen Situationen immer wieder aufeinandertreffen.
Insgesamt sind die Charaktere von der Autorin lebendig und gut entwickelt worden. Man sieht eine Entwicklung über die verschiedenen Lebensabschnitte, was mir gut gefiel.
Lucinda Riley hat mich von der ersten Seite an gefesselt und bis zum letzten Kapitel nicht mehr losgelassen. Ihr gelingt es auf wunderbare Weise, eine tief berührende Geschichte zu erzählen, die nicht nur mit einem packenden Plot überzeugt, sondern auch mit einer unglaublichen emotionalen Tiefe. Da hat sich auch an diesem früheren Werk nicht viel dran geändert. Sie schafft es, historische Elemente geschickt mit der Gegenwart zu verweben, sodass jede Seite neue Wendungen bietet und das Lesen zu einem tollen Lese-Erlebnis macht. Die Kulisse von Yorkshire wird so lebendig beschrieben, dass man fast das Gefühl hat, selbst dort zu sein. Mit einer perfekten Mischung aus Romantik, Drama und Mystery ist dieses Buch ein kleines Schmuckstück. Es ist die Art von Geschichte, die man nicht mehr aus der Hand legen möchte – und noch lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.
Absolut empfehlenswert für alle, die tiefgründige, emotional packende Geschichten lieben. Lucinda Riley hat hier erneut bewiesen, warum sie zu den besten Autorinnen gehört und ich hoffe, dass noch andere Werke von ihr übersetzt und veröffentlicht werden – ihre Bücher bleiben auch nach ihrem Tod unsterblich.
Zum Autor
Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere Jahre in Fernost. Sie liebte es zu reisen und war nach wie vor den Orten ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin konzentrierte sich Lucinda Riley ganz auf das Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten Roman »Das Orchideenhaus« stand jedes ihrer Bücher an der Spitze der internationalen Bestsellerlisten, allein die Romane der »Sieben-Schwestern«-Serie wurden weltweit bisher über 30 Millionen Mal verkauft. Lucinda Riley lebte mit ihrem Mann und ihren vier Kindern im englischen Norfolk und in West Cork, Irland. Sie verstarb im Juni 2021.
WERBUNG
Nachfolgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:
624 Seiten
übersetzt von Sonja Hause, Karin Dufner, Sibylle Schmidt, Ursula Wolfekamp
ISBN 978-3-442-31783-7
Preis: 25 Euro
erschienen bei https://www.penguin.de/verlage/goldmann
Leseprobe https://www.penguin.de/buecher/lucinda-riley-das-maedchen-aus-yorkshire/buch/9783442317837
© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag
An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!
Ein Meisterwerk an Gefühlen
Meine Meinung:
Als ich gesehen habe, dass der Sohn von Lucinda Riley ein neues Buch der Erfolgsautorin beim Goldmann Verlag veröffentlicht, habe ich mir den Roman gleich vorbestellt. Und was soll ich sagen, ich bin so schnell durch die 624 Seiten geflogen, im nu hatte ich das Buch beendet. Das Vorwort, welches ihr Sohn geschrieben hatte, hat mir unheimlich gefallen.
Die junge Leah Thompson lebt mit ihren Eltern in einem kleinen Dorf in Yorkshire. Wenn sie nicht gerade die Schule besucht, hilft sie ihrer Mutter bei der Arbeit im Haushalt der Delanceys.
Leah lebt in eher ärmlichen Verhältnissen und so packt sie, wo sie kann, an. Ihr Vater kann nicht mehr arbeiten, da er nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist. So lastet die Versorgung der Familie alleine auf Leahs Mutter.
Doch man spürt bald, dass sich Leah in dem Haus der Delanceys nicht sehr wohl fühlt. Vor irgendetwas oder irgendjemanden hat sie Angst.
Als ihre Jugendliebe wieder in ihr Leben tritt, fängt für die Beiden eine wunderschöne Zeit an. Brett kann hervorragend zeichnen und so fertigt er heimlich von Leah ein Portrait an.
In einer Galerieausstellung entdeckt ein Modelmanager Leahs Bild und ist sofort fasziniert von ihrem Gesicht. Obwohl Leah das gar nicht so berauschend findet, sie hat sich noch nie für Schminke und Kleider interessiert, sagt sie widerstrebend zu. Durch das Geld, welches ihr angeboten wird, kann sie für ihre Eltern ein besseres Leben ermöglichen und so nimmt sie an.
Von da an macht Leah Karriere als Model und ist schnell in ganz England und anderen Ländern bekannt. Doch es gibt auch Schattenseiten in der Welt der Reichen und Schönen.
Fazit:
Wie immer hat mir die Neuerscheinung von Lucinda Riley sehr gut gefallen. Die Autorin hat zwischendurch historische Gegebenheiten eingefügt. Man reist da in die Zeit der Jugendverfolgung und des Holocaust. Diese Kapitel waren natürlich sehr ergreifend und hat mich tief berührt.
Lucinda Riley hat hier ein Meisterwerk erschaffen, welches sie im Alter von 26 Jahren geschrieben hat.
Die Charaktere waren bildlich beschrieben, so dass ich über das ganze Buch hinweg ein Film vor Augen hatte.
Von mir bekommt “Das Mädchen aus Yorkshire 5 von 5 Sterne und ich kann es jedem empfehlen.
Ich hoffe, dass noch weitere Manuskripte in Lucindas Schreibtischschublade liegen und dass ihre Familie auch diese auf deutsch veröffentlicht.
Ein vielschichtiger Roman mit bewegenden Themen
Es war mein erstes Buch der Autorin und ich finde es interessant das sie es damals bereits mit 26 Jahren geschrieben hat. Ich finde es sehr spannend das sie diesen Roman immer überarbeiten und veröffentlichen wollte und fand es schön, das nun ihr Sohn das übernommen hat.
Es mag sein das ihre späteren Werke ausgereifter sind, das kann ich nun nicht beurteilen, aber ich habe auf jeden Fall Lust nach diesem Buch nun mehr von ihr zu lesen und wenn die nächsten noch besser werden, dann freue mich sehr darauf.
In dem Buch geht es um Leah, die auf dem Land in bescheidenen Verhältnissen aufwächst, bis sie die Chance hat Model zu werden und in die Welt des Ruhmes eintaucht. Als sie bereits einiges an Berühmtheit erlangt hat, trifft sie auf ihre ehemalige Jugendliebe Brett, alte Gefühle kommen hoch und leider auch das ein oder andere dunkle Familiengeheimnis aus zeiten des zweiten Weltkrieges, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen.
Ich mochte es sehr das Lucinda Riley in ihre fiktive Erzählung reale historische Ereignisse eingebaut hat und das die zwei zunächst parallel ablaufenden Handlungsstränge zum Schluss zusammenlaufen.
In dem historischen Strang geht es um den Holocaust und die Judenverfolgung, im damals besetzen Polen und das Vernichtungslager Treblinka. Die Kapitel haben logischerweise eine düstere, gedrückte Stimmung, es wird auf eine erdrückende Art emotional und ich fand es beeindruckend wie die Autorin die Szenen beschrieben hat.
In dem Teil des Buches der die Gegenwart darstellt, verfolgt man Leahs Leben. Von ihrer Kindheit, über ihre Jugend bis hin zu ihrer aufstrebenden Karriere als Model. Es waren sehr detaillierte Beschreibung, die durchaus interessant waren, aber manchmal wirkten sie auf mich auch ein wenig langatmig. Dennoch mochte ich es sehr wie man Leahs Entwicklung verfolgen konnte, es war sehr vielseitig und nachvollziebar dargestellt.
Was ich persönlich interessant fand, war das das Buch teilweise sogar ein wenig Krimi Charakter hatte, so das es durchsus zu unerwarteten Wendungen kam und auch Spannungselemente nicht zu kurz kamen.
Insgesamt ist es ein wirkliches vielschichtiges Buch mit komplexen und interessanten Charakteren, aber auch emotionalen und schwierigen Themen. Ich fand es gut das für alles genug Raum geschaffen wurde und die Mischung aus historischen Elementen, der trügerischen Welt des Ruhms, aber Liebe, Rache und Spannung ihren Platz gefunden haben. Von mir gibt es 4,5/5 Herzen.
Leseempfehlung trotz einiger Längen
Vorab: Als großer Lucinda Riley Fan war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Dieses wurde bereits in den 90er Jahren von der inzwischen verstorbenen Autorin geschrieben und nun von ihrem Sohn überarbeitet und veröffentlicht.
Nicht anders zu erwarten ist es spannend und sehr fließend geschrieben. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Insbesondere die Zeitsprünge vom Zweiten Weltkrieg bis in die 80er Jahre sind sehr gelungen.
Erzählt wird hier über das Leben der Leah Thompson. Sie ist Topmodel, was ihr viel Geld und Ruhm beschert. Die Beziehung zu ihrer Jugendliebe Brett flammt neu auf und ist mit jeder Menge Leidenschaft verbunden. Doch die schicksalhafte Verbindung mit der Familie Delancey überschattet durch ein Geheimnis ihre Liebesbeziehung. Die Geheimnisse drohen ans Licht zu kommen, sodass sogar Leahs Leben auf dem Spiel steht.
Dieses Buch hat mich gut unterhalten, allerdings hat es auch seine gewissen Längen. Im Verlauf der Geschichte werden einige Klischees bzgl. der Modelwelt, bedient. Einige Längen über die Judenverfolgung sowie das Modelleben hätten in meinen Augen gerne besser von dem Sohn gekürzt bzw. überarbeitet werden können.
Trotz dieser kleinen Kritikpunkten gibt es eine Leseempfehlung von mir, und zwar für alle, die die Bücher von Lucinda Riley mögen und gerne Romane mit einem geschichtlichen Hintergrund lesen.
Bin sehr dankbar, dass dieses Buch ins Deutsche übersetzt worden ist
Heute möchte ich euch von „Das Mädchen von Yorkshire“ erzählen, dem ersten veröffentlichten Buch von Lucinda Riley, das nun endlich auf Deutsch erschienen ist, überarbeitet von ihrem Sohn Harry. Für mich war es eine spannende Reise in die Anfänge einer Autorin, die mich immer wieder begeistert hat. Und was soll ich sagen? Ich mochte es!
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Das Buch zeigt schon Rileys grosse Stärke: Vergangenheit und Gegenwart so geschickt zu verweben, dass man es kaum aus der Hand legen kann. Leah, die Protagonistin, war für mich eine glaubwürdige und greifbare Figur. Besonders beeindruckend fand ich, wie sie sich in der glitzernden Modelwelt, die mich persönlich sonst nicht interessiert, treu bleibt. Gerade diese Standhaftigkeit machte sie für mich nahbar.
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Die grosse Anzahl an Charakteren fiel mir auf, aber Riley gelingt es, sie klar voneinander abzugrenzen. Ich wusste immer, wer wer ist. Allerdings waren einige Figuren sehr unsympathisch, und bei manchen Szenen sträubten sich mir die sprichwörtlichen Haare. Die klare Trennung zwischen gut und böse wirkte manchmal zu extrem, was die Handlung vorhersehbar machte, aber den Lesespass trübte das kaum.
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Besonders fesselnd fand ich den Vergangenheitsteil. Die Geschichte der Delancys während des Zweiten Weltkriegs beeindruckte mich. Zwar ahnte ich früh, wohin sich die Handlung entwickeln würde, aber das tat dem Lesegenuss keinen Abbruch. Rileys Schreibstil zieht einen einfach in die Geschichte hinein und erweckt sie im Kopf zum Leben.
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Dieses Kopfkino führt einem wieder vor Augen, was für ein Verlust Lucinda Rileys früher Tod für die #buchwelt ist. Ihr unglaubliches Gespür für Geschichten bleibt ein bleibendes Vermächtnis. Auch wenn ich nicht jedes Buch von ihr gleichermassen geliebt habe, berühren mich ihre Werke.
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Habt ihr das Buch schon gelesen oder habt es noch vor? Was ist euer Lieblingsbuch von Riley?
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Danke an das @team.bloggerportal und @penguinbuecher für das Zustellen des #rezensionsexemplar 🖤
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Vorgeschichte zu den sieben Schwestern
Die sieben Schwestern der leider viel zu früh verstorbenen Autorin Lucinda Riley habe ich vor längerer Zeit gelesen. Sie endete mit der Geschichte von Pa Salt. Nun gibt es die Vorgeschichte zur Reihe, welche von der Autorin schon im Alter von - soweit ich informiert bin - 26 Jahren geschrieben wurde. Meine Anerkennung muss ich sagen, wirklich gut geschrieben, hat mir sehr gut gefallen. Ich weiß nicht, ob es besser ist, wenn man die Sieben-Schwestern-Reihe vorher gelesen hat, kann es nicht wirklich sagen. In jedem Fall trifft man auf Figuren der Reihe, das macht richtig Freude, sie noch einmal zu erleben.
Wir lesen vom beneidenswerten Leben der Leah Thompson. Sie ist Topmodel und verdient jede Menge Geld. Die Beziehung zu ihrer Jugendliebe Brett flammt neu auf und ist mit jeder Menge Leidenschaft versehen. Dann ist da aber die mysteriöse Familie Delancey. Sie führt zu Verstrickungen - nahm in Yorkshire ihren Anfang. Dieses Geheimnis überschattet die Liebesbeziehung. Es geht so weit, dass sogar Leahs Leben in Gefahr gerät.
Schicksalhaft kann man die Geschichte nennen. Sehr gut geschildert, wie aus dem einfachen Mädchen aus Yorkshire das gefeierte Model wird, dem so viel Ruhm zuteil wird. Doch kann sie ihrem Schicksal entkommen ???
Das verrate ich natürlich nicht. Lest selbst, es lohnt sich.
Ich war bestens unterhalten, absolut spannend geschrieben - man muss sagen, dass Rileys Sohn das erstmals 1993 in England erschienene Buch überarbeitet hat. Nun ist es endlich auch in deutscher Sprache zu lesen in der Übersetzung von Karin Dufner, Sonja Hauser, Sibylle Schmidt und Ursula Wulfekamp.
#lucindariley
#goldmannverlag
#siebenschwestern
#dasmädchenausyorkshire
#spiegelbestseller
Ein alter Riley mit Glamour und dunkler Geschichte
Das Buch wurde in den 90er Jahren von der viel zu früh verstorbenen Autorin geschrieben und nun von ihrem Sohn überarbeitet und erstmals auf Deutsch veröffentlicht.
In der Geschichte von Leah, die in einem kleinen Dorf aufwächst und durch Zufall in die große weite Modellwelt gestoßen wird, spiegeln sich wohl viele persönliche Erfahrungen von Lucinda Riley wieder. Eine dunkle Prophezeihung hängt seit ihrer Jugend über Leah wie eine schwarze Wolke. Als sie Jahrzehnte später mit der Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert wird, zieht es sie bis in die Zeit des zweiten Weltkriegs und die Verfolgung der Juden in Polen. Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt, wobei mich die Vergangenheitsebene sehr berührt hat. In der späteren Zeit bis hin zur Gegenwart wird Leah mit Glamour- aber auch den Schattenseiten des Ruhms als erfolgreiches Modell konfrontiert. Diese Erlebnisse sind verwoben mit ihrer eigenen Geschichte.
Ich habe Leahs Geschichte sehr gern gelesen. Allerdings hatte es ein wenig Längen und die verschiedenen Personen bei der Überarbeitung und Übersetzung haben dem Text für mein Empfinden nicht unbedingt gut getan. Da wurde es manchmal etwas holprig.
Trotz dieser kleinen Kritik gibt es eine Leseempfehlung für alle, die die Bücher von Lucinda Riley mögen und gerne große Romanerzählungen auf mehreren Zeitebenen mit einem geschichtlichen Hintergrund lesen.
Eine großartige Gelegenheit, Lucinda wieder in Erinnerung zu rufen
Die Hauptfigur des Buches ist Leah, eine bescheidene junge Frau aus Yorkshire, die es zwar an die Spitze der Modewelt geschafft hat, sich aber nicht von problematischen Figuren aus ihrer Vergangenheit lösen kann.
Das Buch ist eine Neuveröffentlichung aus der Zeit, als Lucinda Riley unter dem Namen Lucinda Edmonds schrieb. Ihr Sohn Harry erklärt in einem liebevollen Vorwort, dass er einige Änderungen und Aktualisierungen vorgenommen hat.
Dennoch finden wir hier eindeutig Lucinda Riley wieder. Alle Elemente, die sie typischerweise verwendet, sind vorhanden: Romantik, historische Fakten, Geheimnis, Familiendrama, Vergangenheit und Gegenwart. Da es eines ihrer ersten Bücher ist, wissen wir, dass sie sich in ihrem Schreibstil noch sehr weiterentwickeln würde, insbesondere was einige Dialoge betrifft.
Eine großartige Gelegenheit, Lucinda wieder in Erinnerung zu rufen, und wir hoffen, dass weitere Neuveröffentlichungen folgen werden 😍
Ein Muß für alle Fans
Schon als Leah Thompson noch ein kleines Mädchen war, zeichnete sich ab, daß aus ihr einmal eine außergewöhnlich schöne Frau würde. Doch eine unheimliche Prophezeiung einer alten Frau warnt sie vor den negativen Folgen ihrer Schönheit. Viele Jahre später ist aus dem einfachen Mädchen tatsächlich ein umjubeltes Supermodel geworden. Die Männer liegen ihr zu Füßen, aber Leah kann ihre Jugendliebe Brett nicht vergessen. Mit ihm verbindet sie auch die Beziehung zu der Familie Delancey, die in Leahs Kindheit in Yorkshire eine große Rolle gespielt hat. Die Geheimnisse dieser Familie reichen weit in die Vergangenheit zurück und führen Leah in die Zeit des Zweiten Weltkrieges nach Polen. Plötzlich erinnert sie sich wieder an die Weissagung der alten Frau und sie geht ein großes Risiko ein, um ihr Glück zu finden.
"Das Mädchen aus Yorkshire" ist ein früher Roman der verstorbenen Autorin Lucinda Riley. Man erkennt aber schon den Stil der späteren Bestsellerautorin und wird von der Geschichte sofort eingefangen. Das vermeintlich traumhafte Leben der Supermodels wird in diesem Roman entzaubert. Lucinda Riley beschreibt das harte Geschäft in der Modelbranche knallhart. Man kann sich die Existenzängste der Models gut vorstellen und spürt genau den Druck, mit dem sie täglich fertig werden müssen. Im zweiten Erzählstrang geht es um das Schicksal der polnischen Juden im Zweiten Weltkrieg. Bei dieser Geschichte bekommt man unwillkürlich eine dicke Gänsehaut. Das Leben in den Lagern beschreibt die Autorin sehr intensiv und ungeschönt. Dieser Roman hat noch nicht ganz die Klasse der späteren Werke von Lucinda Riley. Trotzdem ist er viel zu schade, um unveröffentlicht zu bleiben. Für alle Fans der Autorin ein unbedingtes Muß!
Faszinierend
Ein unglaublich fesselndes Buch, wieder ein Buch welches man nicht aus der Hand legen kann, ein echtes Lucinda Riley Lesevergnügen!! Sehr lesenswert, spannend und fesselnd.
Sehr schöne Familientragödie
Mit diesem Roman entführt mich Lucinda nach Yorkshire – mitten hinein in das Leben von Leah Thompson. Diese wächst bei liebevollen Eltern auf, doch durch die Krankheit ihres Vaters sind die finanziellen Möglichkeiten der Familie stark eingeschränkt. Als die Modelbranche schließlich durch eine Zeichnungen von ihr, auf sie aufmerksam wird, verändert sich ihr Leben von einem Tag auf den anderen schlagartig.
Doch nicht nur Leah sondern auch die Familie Delancey, mit der sie in Yorkshire aufgewachsen ist, spielt hier eine entscheidende Rolle. Hinter dieser Familie verbergen sich einige Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen und unbedingt ergründet werden wollen.
Lucindas Schreibstil lies mich wieder nur so durch die Seiten fliegen und es war schwer für mich das Buch beiseite zu legen. Ich konnte mich wie immer wunderbar ins Setting einfügen und wäre gerne noch länger in der Geschichte geblieben.
Dieser Roman hatte wieder alles was ich mir von einem guten Buch wünsche. Parallelen von der Gegenwart zur Vergangenheit, Familienschicksale, Liebe, Enttäuschungen, Geheimnisse und Verrat, aber auch Hoffnung und Vergebung. Auch an Spannung hat es hier keineswegs gefehlt, was das Leseerlebnis dadurch noch auf besondere Weise abgerundet hat.
Von mir gibt es hier selbstverständlich eine von Herzen kommende und uneingeschränkte Leseempfehlung.
Bewegende und spannende Familiengeschichte mit historischem Hintergrund
Diesen Roman hat Lucinda Riley bereits 1993 im Alter von 26 Jahren geschrieben und in England veröffentlicht. Sie hatte immer die Absicht, diesen Roman zu überarbeiten und erneut zu veröffentlichen, wozu es dann leider nicht mehr kam.
Nun hat ihr Sohn Harry Whittaker diese Aufgabe übernommen, wie er im Vorwort erzählt, und die Geschichte erscheint erstmals in deutscher Übersetzung.
Sie erzählt von Leah Thompson, die auf dem Land in Yorkshire in bescheidenen Verhältnissen aufwächst. Ihre Mutter arbeitet im Haus der Familie Delancey, wo sich auch Leah oft aufhält und Kontakt zu den Kindern der Familie hat.
Sie bekommt die unglaubliche Chance, Model zu werden und macht eine glanzvolle Karriere, die sie auf alle berühmten Laufstege in London, Mailand und New York führt.
Doch ihre Jugendliebe Brett kann sie nicht vergessen. Als sie ihm als gefeiertes Model erneut begegnet, flammt ihre Liebe wieder auf. Doch ihre Verbindung zur Familie Delancey führt zu dunklen Geheimnissen aus der Vergangenheit des zweiten Weltkrieges, die im besetzten Polen im Lager Treblinka ihren Ausgang nahmen.
Wie auch schon in anderen Romanen von Lucinda Riley sind hier reale historische Ereignisse mit der fiktiven Handlung verwoben.
So geht es hier im zweiten, historischen Handlungsstrang um den Holocaust, allerdings im damals besetzten Polen und die dortige Judenverfolgung und die Schicksale im Vernichtungslager Treblinka.
Das war sehr ergreifend und bewegend geschrieben und die Verknüpfung bis in die Gegenwart der Handlung fand ich sehr gelungen.
In der Gegenwart erleben wir Leahs Kindheit und Jugend in Yorkshire, ihre Entdeckung und ihren Weg zum Model. Die oft harte und gnadenlose Welt der Mode und der Models wird detailreich und glaubhaft beschrieben. Da die Autorin in ganz jungen Jahren selbst Schauspielerin und Model war, hat sie hier sicher eigene Erfahrungen einfließen lassen.
Auch wenn man merkt, dass der Roman bereits vor rund dreißig Jahren geschrieben wurde, als das Leben noch anders war als heutzutage, finde ich die Überarbeitung durch Harry Whittaker gelungen.
Die Figuren sind facettenreich und besonders Leahs Entwicklung vom „Landkind“ zum gefeierten und reichen Model ist beeindruckend dargestellt.
Die Verbindung zur Vergangenheit ist ebenfalls gelungen und am Ende sehr berührend.
Der Roman erzählt neben der glitzernden Welt der Models von Ehrgeiz, Liebe, Rache und sogar Mord.
So ist eine fesselnde und emotionale Geschichte entstanden, die auch schwierige Themen wie sexuelle Gewalt gegen Frauen und Alkoholismus anspricht.
Die Rückblicke in die Vergangenheit, Überraschungen und Wendungen sorgen für packende Unterhaltung, die mich begeistert hat!
Fazit: 5 von 5 Sternen
Ein dunkles Kaleidoskop aus Glanz, Schuld und Schicksal
Lucinda Riley hat sich zu Lebzeiten einen festen Platz in der Welt der Unterhaltungsliteratur erarbeitet – als versierte Erzählerin, als Garantin für emotionale Familiengeschichten mit historischem Fundament. Mit Das Mädchen aus Yorkshire, einer von ihrem Sohn Harry Whittaker postum überarbeiteten Frühfassung, legt sie gewissermaßen ein literarisches Zeitdokument eigener Art vor: eine Melange aus Coming-of-Age, Kriegsverbrechen, Modewelt und moralischem Weltgericht – so widersprüchlich wie faszinierend.
Man muss sich dabei allerdings auf ein erzählerisches Gewitter gefasst machen, das an manchen Stellen mehr aufwühlt als begeistert. Die Geschichte um die junge Leah Thompson, die aus der ländlichen Tristesse Yorkshires in die glitzernde Welt der Mode katapultiert wird, mutet an wie ein modernes Märchen – allerdings eines, das von Grimmschen Abgründen durchzogen ist. Was auf den ersten Blick als klassische Aschenputtel-Parabel erscheint, entwickelt sich bald zu einem düsteren Sittenbild, in dem nicht nur Rivalität, Machtgier und emotionale Abhängigkeit den Ton angeben, sondern auch Mord, Missbrauch und die Nachwirkungen des Holocaust. Und das alles auf gut 500 Seiten (11Stunden Hörbuch). Man kann sich an weniger verhebt haben.
Literarisch interessant wird das Ganze dort, wo Riley – oder besser: die in ihrem Namen redigierende Hand des Sohnes – ihre Figuren nicht zu bloßen Stellvertretern eines dramatischen Plots degradiert, sondern ihnen psychologische Tiefe zugesteht. Brett, der traumatisierte Sohn eines reichen Patriarchen, ist so ein Fall. Auch Leah, deren äußere Schönheit ihr Leben prägt und gleichzeitig zur existenziellen Falle wird, trägt narrative Spannkraft in sich. Doch diese gelungenen Charaktere werden regelmäßig von überfrachteten Nebenhandlungen erdrückt – ein Problem, das vielen Debütromanen eigen ist und das auch durch spätere stilistische Politur nicht gänzlich geglättet werden kann.
Besonders auffällig ist der Genre-Mix, den dieses Buch mit sich bringt: Thrillerhafte Elemente reiben sich an romantischer Verklärung, die Historie der Shoah steht neben Eifersuchtsdramen aus der Modemetropole Mailand. Man kann das als kühne Konstruktion loben – oder als stilistische Zersplitterung bemängeln. Der Vorwurf der Überambitioniertheit ist nicht leicht von der Hand zu weisen. Ein Roman, der Konzentrationslager, Missbrauchserfahrungen, Liebesintrigen, Familienverrat und internationale Laufstegkarrieren unter einem Dach vereinen will, fordert seinen Leser nicht nur heraus, er strapaziert auch seine Geduld.
Doch gerade in dieser erzählerischen Maßlosigkeit liegt auch eine merkwürdige Anziehungskraft. Der Roman ist wie ein überladenes Jugendstil-Gemälde – zu viel Gold, zu viele Ornamente, und doch kann man den Blick nicht abwenden. Wenn Miranda, eine der Antagonistinnen des Buches, Liebe als „Falle für Narren“ beschreibt, dann ist das nicht nur ein Einblick in ihre verkorkste Psyche, sondern auch ein Kommentar auf die emotionale Kälte einer Gesellschaft, in der Geld und Einfluss alles bedeuten. Dass diese Gesellschaft hier sowohl in der Upper Class Englands als auch in den Schatten der Geschichte dargestellt wird, verleiht dem Roman zumindest thematisch eine beachtliche Tiefe.
Ich habe Das Mädchen aus Yorkshire in der Hörbuchfassung gehört, meisterhaft gelesen von Simone Kabst – und das war, bei aller inhaltlichen Düsternis, ein Genuss. Kabst gelingt es mit ihrer nuancierten, warmen Stimme, selbst den überladensten Passagen Eleganz zu verleihen. Sie führt durch das emotionale Auf und Ab dieser Geschichte mit kluger Zurückhaltung und genau dem Maß an Empathie, das es braucht, um Leahs innere Zerrissenheit und Mirandas kühle Berechnung gleichermaßen glaubhaft zu machen. Ihre Lesung ist kein akustisches Beiwerk, sondern ein interpretatorischer Mehrwert – selten war ein Hörbuch so atmosphärisch dicht und gleichzeitig stilistisch präzise.
Was bleibt, ist ein Werk, das nicht gefällig sein will – und genau darin seinen Reiz entfaltet. Wer Lucinda Rileys leichte Sommerromane liebt, wird an diesem Buch womöglich verzweifeln. Wer sich jedoch für das Frühwerk einer Autorin interessiert, das in seiner Überzeichnung ebenso viel über das Schreiben wie über das Menschsein verrät, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Das Mädchen aus Yorkshire ist kein literarischer Feinschliff – eher ein roher Diamant, der seine Leser mehr verletzt als bezaubert. Und manchmal ist genau das die Aufgabe von Literatur.